Unsere Touren fangen immer gleich an. Als erstes kommen die Fragen. wohin, wie, wann..usw.
Irgendwann einigen wir uns dann und die neue Tour ist schon so gut wie geplant. Durch einige Baumaßnahmen bei Pördi und Zeitliche Probleme bei mir, viel die Auswahl derjenigen die die Tour planen sollten nicht schwer. Volker und Tommy machten sich daran eine Tour Richtung Schweiz-Frankreich zu planen. Nach Wochenlangen Überlegungen und zahllosen Telefonaten und Internetrecherchen zwischen Hotels und Pensionen, kamen die beiden zu dem Endschluss mal wieder nach Südtirol zu fahren. Endlich eine geeignete Unterkunft in Prad am Stilfse Joch gefunden und gebucht ging es dann an die Tourenplanung. Doch das stellte sich als leichter gesagt als getan heraus. Denn Volkers neues Navi, ein TomTom Rider, wollte nicht so wie wir es wollten. Also wieder ans Telefon und die Hotline von TomTom angerufen. Dann war diese Hürde, auf die ich lieber nicht näher eingehen möchte, auch genommen. Aber so ist das, wenn man mit allem möglichen Hightech, das es für teures Geld zu kaufen gibt, unterwegs sein möchte. So auch unser Tommy. Nachdem sich die Gepäckunterbringung auf seiner Aprilia SL1000 Falko, die er noch nicht all zu lange besaß, als zu schwierig gestaltete, verkaufte er sie wieder und kaufte sich kurzerhand eine Triumph Sprint ST 955i die er noch mit einem Gepäcksystem und anderen tourentauglichen Zubehör aus stattete.
Eine Unterkunft zu buchen für die Fahrt von Norden nach Süden schienen die Beiden nicht für nötig zu halten. Aber das sollte sich noch rächen!
1. Tag/ Morgens um 6.00 Uhr trafen wir uns bei kühlem und sehr wolkigem Wetter bei Dirk. Das erste Etappenziel hieß Westerwald. Also nicht lang geredet und ab auf die A3 zum Pördi. Dort erwartete uns ein sehr reichhaltiges Frühstück, das ich Pördis Frau Karin fragte, ob noch 20 Leute zum frühstücken kommen würden. Aber so war es nicht! Ich ahnte es schon, doch alles nur für uns. Nachdem wir Pördis Bauruine bestaunt hatten ging es frisch gestärkt um 8.30 Uhr Richtung Bodensee, das unser nächstes Etappenziel war. Also Navi an und den Tank noch mal füllen.
Bei immer noch kühlem und wechselhaften Wetter ging es
dann über Land zum Bodensee. Da wir ja immer und auf alles
vorbereitet sind und mit dem besten Equipment was es zu
kaufen gibt ausgerüstet sind wird man bei solchem Wetter auch
nicht nass, so glaubte ich es zumindest. Aber da sollte wir auf
der Tour eines besseren belehrt werden. Am Bodensee
angekommen suchten wir uns was zu schlafen. Aber diese
Rechnung hatten wir ohne den Wird, bzw. die Messe in der
Umgebung gemacht. Alle Zimmer waren ausgebucht und so
dauerte es auch etwas länger bis wir ein Bett zum schlafen
gefunden hatten. Die Unterkunft war wie so oft ganz schön
teuer, aber dafür lag uns der Bodensee direkt zu Füßen. Die
Zimmer waren gemütlich und daher passte es schon für eine
Nacht.
Hunger… also ne Pizzeria gesucht und gefunden. Gerade noch rechtzeitig denn es fing wieder an zu regnen. Wie sich später herausstellte dauerte dieser Regen etwas länger an.
2. Tag/ Als ich am nächsten Morgen vor dem Frühstück aus dem Fenster blickte, glaubte ich meinen Augen kaum. Der Traumhafte Ausblick aus dem Fenster auf den Bodensee erwies sich als Nebelssuppe in der die Nudeln wohl die Tropfen des Regens sein mussten. Was solls, wird schon aufhören, erst mal ab nach unten. Als wir losfahren wollten hatte der Regen Wasserfallähnliche Ausmaße angenommen und ich denke noch so: Gut das Du die Klamotten gekauft hast. Es geht los… Nach dem ersten Kilometer Richtung Schweiz, werden die Finger klamm. Und das trotz Gore- Tech. Nach weiteren 10 Kilometern habe ich das Gefühl mit meinen Füssen stimmt was nicht. Dabei habe ich doch meine Schuhe die schon das eine oder andere Gewitter trocken überstanden haben, gerade erst neu besohlen lassen. Nun ja nicht so schlimm, wird schon aufhören. Den Bodensee hatten wir hinter uns gelassen und die Berge vor uns. Finger nass, Füße nass, aber da ist noch was, was mir Unbehagen bereitet. Ich fahre mit Jethelm und der hat oben sehr große Lufteinlässe die bei besonders großer Hitze für Kühlung sorgen sollen. Von Wasserkühlung war nicht die Rede. Das Wasser läuft mir also oben rein und unten wieder raus….. Augen zu und durch. Selbst mein Regenkombi hielt nicht mehr das, was er einmal versprach. Auch dort kam Wasser rein. Nur gut das meine anderen Drei mit besserem Material unterwegs waren, als ich. Die Anfahrt nach Prad am Stilfser Joch hatte durch den Regen aber noch so einiges für uns zu bieten. Durch den Sinnflutartigen Regen mussten wir durch Schlamm und noch so einige Sachen fahren, die wir uns lieber nicht näher anschauen wollten, so das die Motorräder in Prad aussahen, als ob wir nur quer Feld ein dort hin gefahren wären. Schön für Volker seine und meine, da wir Kuhreiter sind und unsere BMW GS so aussehen müssen. Doch für Tommy und Pördi war es nicht so toll, denn zuhause hatten sie sehr viel Arbeit die Mopeds wieder sauber zu bekommen. Aber an dem Punkt sind wir ja noch längst nicht. Endlich in unserer Pension angekommen zogen wir unsere Mopedklamotten aus und ließen unsere Regenkombis im Heizungskeller zum trockenen auf hängen, auf die Hoffnung hin, das wir sie in diesem Urlaub nicht mehr brauchen. Doch wie immer sollte es anders kommen! Doch das kommt zu einem späteren Zeitpunkt.
3.Tag/ Sonne und warm, das am Fuße und auch auf dem Stilfser Joch. Wollen doch mal sehen wie es dort oben aus sieht. Das ist doch mal wieder ein Motorradfahren wie es sein soll. Zuerst einmal nach Sulden. Kurzer dreh und dann rauf aufs Joch.
Die Skifahrer verwirren mich noch ein wenig, doch mit der Zeit gewöhne ich mich daran.
Nach dem Kaffee fahren wir dann Richtung Livinio. Es ist nun heiß geworden und mein Helm tut seinen Dienst und diesmal ohne Wasserkühlung . Nur die Hose ist und bleibt ein wenig klamm. Hier ist Zollfreies Gebiet und wir suchen einen Motorradaussatter. Gesucht, gefunden. Ich kaufe mir erst einmal ein paar neue Motorradstiefel und einen neuen Regenkombi damit der nächste Regenschauer nicht wieder in meinen Schuhen endet. Auch die drei anderen versorgen sich noch mit dem einen oder anderen was das Motorradfahrer- und auch Verbrauchsmaterial(paff-paff) Herz höher schlagen lässt. Schnell wurden noch Bluetooth Freisprecheinrichtungen und Zigaretten gekauft. Nach dem günstigen tanken geht’s weiter und wir machen an einer Stelle mitten auf der Alm halt. Picknick!! Nach der leckeren Stärkung ging es weiter wieder Richtung Prad zu unserer Pension. So wie jeden Abend gingen wir durch den Ort um uns ein gemütliches Restaurant zum Abendessen zu suchen, bis wir auf einmal ein Haus fanden, das zu Verkaufen war. Volker meinte direkt, ob wir das wunderschöne Häuschen nicht kaufen und als unser Urlaubsdomizil erklären sollten. Na gut, ein bisschen Arbeit müssen wir noch reinstecken, sagte er zu uns. Aber er war so sehr von dieser Vorstellung begeistert, dass er nicht mehr zu bremsen war und sofort mit den Renovierungsarbeiten beginnen wollte. Nur gut das sein Magen vor Hunger so sehr knurrte, das er doch noch seine Renovierungspläne und Arbeiten für diesen Abend auf gab. Aber so ist unser Volker, immer schnell zu begeistern. Und wenn es andere nicht machen, dann macht er es selber.
4. Tag/ Heute ist die Schweiz dran. Man kann ja viel über Teuer, Polizei oder sonst etwas reden. In der Schweiz Motorradfahren, das hat schon was. Wir fahren Richtung Ofenpass und dann Richtung Sant Moritz. Über die……Pässe. Nun lass ich nur noch Bilder sprechen um sie zu genießen.
5.Tag/ An diesem Tag sollte unsere Tagestour mal in die andere Richtung gehen. Nach dem Frühstück kurz mal in die Karte geschaut und das Navi programmiert. Los ging es über Schlanders nach Meran und weiter zum Jaufenpass. Wir fuhren viele schöne Pässe bis auf die Sellarunde, denn die kannten wir schon zu genüge. Pördi versucht neue Wege mit seinem Navi für uns zu finden, was er auch wieder bestens gemacht hat.
6. Tag/ Heute ist shoppen in Samnaun angesagt. Wir fuhren über Mals zum Reschenpass und weiter nach Samnaun. denn jetzt verlassen wir die EU und betreten das Duty-Free Paradies Samnaun. Samnaun ist ein kleines Seitental des Engadins und setzt sich aus 5 Ortschaften zusammen. Neben günstigem Sprit, Alkohol, Schmuck, Parfums und Zigaretten kann das Tal mit der größten Doppelstockbahn, die ins Skigebiet Ischgl – Samnaun führt, aufwarten. Nachdem unsere Mopeds mit Billig-Benzin abgefüllt wurden, spazieren wir durch Samnaun-Dorf, dem hintersten Ort im Tal. Eine Boutique reiht sich an die andere. Hier könnte sich ganz Düsseldorf mit Cremes und Parfums eindecken. Das wäre ein Paradies für unsere Frauen, doch die waren nicht mit und haben somit unsere Portmonees um viele viele Euros geschont. Beim leckeren Cappuccino haben wir einen herrlichen Blick auf den Muttler, der bei vielen im Shopping-Getümmel wahrscheinlich des Öfteren übersehen wird. Doch wir genießen den herrlichen sonnigen Tag und die Ruhe. Noch schnell etwas Reiseproviant für unser Picknick gekauft und schon geht es weiter mit unseren Mopeds um einen schönen Picknickplatz zu suchen. Auf unserem Weg bemerken wir, dass eine zweite Straße nach „talauswärts“ führt. Neugierig, wie wir sind, biegen wir rechts ab. Eine gute Entscheidung – die Straße ist schmaler, als die über Spiss und mit einspurigen Tunnels gespickt, S-Kurven ohne Ende – nix für Holländer.
7.Tag/ Heute wollten wir noch einmal nach Livigno. Noch einmal durchs Städtchen bummeln und noch einmal sehr günstig tanken. Auf der Rücktour fuhren wir aus Livigno durch ein schönes Tal Richtung italienische Grenze und weiter in Richtung Berninapass, Ofenpass und Umbrailpass wieder zum Stifserjoch. Doch unterwegs wurde das Wetter wesentlich schlechter und wir mussten zum ersten mal nach der Hinreise wieder unsere Regenkombis anziehen, da der Regen schon zu riechen war. Am Stilfserjoch angekommen sah man vor Nebel die Hand vor Augen nicht mehr. Es war eine Fahrt, wo man die Straße mehr erahnen musste, als das man sie sehen konnte.
Sollte das vielleicht das Wetter sein, das uns auch auf der
Rückreise nach Deutschland begleiten sollte?
8. Tag/ Wie sollte es anders sein, als auch schon bei der Hinfahrt. Das Wetter war wieder sehr wechselhaft und kühl. Unterwegs Richtung Bodensee ging es nicht anders und auch die letzten von uns mussten wieder in die Regenkombis. Jetzt auch ich bestens ausgerüstet ging es im Dauerregen Richtung Schwarzwald. Doch wo war der Bodensee? Waren wir schon auf dem Bodensee? Alles war so hoch voll Wasser, das man nicht erkennen konnte, wo die Straße aufhörte, oder der Bodensee anfing. Irgendwie kam es mir vor, als ob es am Bodensee nur Regen gab, oder waren wir schon in England? Nein doch nur am Bodensee. Der Dauerregen hielt sich bis zum Schwarzwald wo wir eine alt bekannte Unterkunft auf suchten. Komplett Nass und endlich dort angekommen wurde uns gesagt, dass sie leider kein Zimmer mehr frei haben. Total geschockt standen wir da. Glaubten endlich in einem warmen Zimmer uns auf zu wärmen. Dann diese nicht so frohe Botschaft! Nach langem hin und her boten sie uns ein Häuschen an, das wir zu alleinige Nutzung hätten, aber auch nicht ganz so günstig sein sollte. Aber egal, Hauptsache eine warme und vor allem trockenen Unterkunft. Hätte ich nur so einiges voraus geahnt, dann hätte ich als erstes den Fernseher abgeklemmt und als kaputt abgestempelt. Nach einem sehr guten Abendesse ging es dann wieder in unser Häuschen, wo Volker erst einmal die Fernbedienung an sich riss und auch den ganzen Abend nicht mehr her gab.
Es kam schließlich eine seiner Lieblingssendungen. Was wir leider nicht wussten, das es sich hierbei um die Hitparade der Volksmusik mit Florian Silbereisen handelte. Also wurden wir den ganzen Abend von Ihm gequält, sodass Tommy noch einmal, im immer noch strömenden Regen, ins Wirtshaus unserer Vermieter ging um ein paar Flaschen Weizen samt Gläser und Cola zu holen. Nur so ließ sich diese Sendung halbwegs ertragen. Nur gut, das es bald ins Bett ging!
9. Tag/ Nach einem guten und reichhaltigen Frühstück ging es dann bei Sonnenschein und gefühlten -4 Grad in Richtung Westerwald, wo uns Karin mit einem warmen Pflaumenkuchen und Heißen Kaffee schon erwartet. Unsere Karin ist einfach die Beste, dass muss ich hier einmal erwähnen! Gut gegessen und ein wenig ausgeruht fuhren wir das letzte Stück auf der A3 nach Hause um die ganze schöne Tour und Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen.
Mal schauen, wo uns nächstes Jahr die Reifen hin tragen!?
DK & TH