Die Schweiz Tour

Schweiz 2000

 

2000 wollten wir die Chiemseetour wiederholen. Dieses Unterfangen erwies sich schwieriger, als erwartet. Und nach ewigem Hin und Her, fuhr ich an einem Freitag im September von meinen Bikern allein gelassen zu unserem Schrauber Uwe nach Tuttlingen, der zu dieser Zeit noch in diesem schönen Donaustädtchen wohnte und arbeitete.

 

Über die Autobahn bis Karlsruhe und dann über Landstraßen in den Schwarzwald. So alleine zu Biken ist schon etwas seltsam, wenn man noch ein paar andere Leute als Mitfahrer gewohnt ist. Aber unter dem Titel `der Weg ist das Ziel `machte auch dieses fahren Spaß. Nach zweimaligem Verfahren, schaffte ich es schließlich am frühen Abend vor Uwes Wohnung aufzutauchen. Nach dem üblichen Bikerhallo wurde entschieden, den Abend nicht auf der Bude zu verbringen und bei schönem Wetter setzen wir uns auf die Motorräder, die Gegend zu erkunden. Die Erkundung blieb mir vorbehalten, da Uwe die Umgebung ja bestens kannte.  

Also, ab in Richtung Schweiz. Die Rheinfälle in Schaffhausen sollten unser Ziel sein. Nach Besichtigung der Burg und Bestaunen der Wasserfälle, stellte sich ein gewisses Hungergefühl ein und wir machten uns auf den Heimweg. Nicht sofort: Essen kann man am besten in Restaurants. Und was liegt näher, als erst mal nach Konstanz zu fahren, um beim Mexikaner sich den Bauch vollzuschlagen. Also, die 50zig km gehen auch noch. Inzwischen war ich ja erst 15 Stunden unterwegs und totmüde. Aber was soll`s, das Essen war Spitze.

Die Strecke durch den Schwarzwald war einfach toll, viel Natur und kein Verkehr, aber der Samstag sollte noch eine Steigerung bringen. Schon die Abfahrt bei Uwe war super. Über das Dreiländereck, bei dem wie vier mal die Grenze überqueren mussten, war das erste Ziel, dass wir ansteuerten Zürich. Bis dahin ging es durch Schweizer Flachland, das aber durchaus sehenswert war. Zürich: Bis dahin für mich nur eine Stadt in der Schweiz. Heute weiß ich, daß Zürich wohl die meisten Autos der Schweiz beherbergt. Ein Verkehrschaos, wie ich es bis dahin nur aus dem Fernsehen kannte. Sollte irgendjemand mal an dieser Gegend vorbeikommen: Mein Tipp....großräumig umfahren!

Alles geht vorbei, auch Zürich. Die Berge, durch die wir von hier an fuhren, waren absolut super. Vorbei an Bergseen mit einem tollen Panorama. Bei über 30 Grad, machten wir viele Kilometer in Richtung Interlaken. Hier im Berner Oberland suchten wir uns eine Pension.

Tolle Strecke, aber den Abend haben wir dann zu Fuß verbracht.  

Beim Essen wurde der Plan für den nächsten Tag gemacht. So schön das Wetter am Samstag war, so schlecht war es am Sonntag. Für richtige Biker aber kein Grund nicht zu fahren. Rein in die Pelle und ab auf die Berge. Grindelwald, Thun, Spitz, Beatenberg.... alles im Regen und bei 0 Sicht. Klasse. Toller Tag eigentlich, aber etwas nass. Nachdem am nächsten Tag unsere Sachen wieder getrocknet waren und das Wetter sich beruhigt hatte, machten wir uns auf den Rückweg. Meine erste Passstrasse stand auf dem Plan, nur wusste ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Sustenpaß mit über 2000 Meter Höhe war schon ein besonderes Erlebnis. Nach der Abfahrt ging es vorbei am Vierwaldstättersee in Richtung Bodensee. Zurück in Deutschland  über Konstanz und Überlingen, waren wir abends in den vier Wänden von Uwe. Von Tuttlingen nach Wülfrath wurden die Motorräder am nächsten Tag über die Autobahn gequält.  

Fazit: Für die Schweiz braucht man mehr Zeit, denn eine solche Landschaft muss man einfach genießen.

Einmal im Jahr müssen

wir auf Tour

und das sind wir!